Wir brauchen einen neuen Zugang zur Natur. Selbstverständlich sind die wissenschaftlichen Ergebnisse wichtig; wollen wir Vorgänge und Zusammenhänge verstehen und daraus selber gestaltend und schöpferisch werden, sind auch Erlebnis und Wahrnehmung der Formen, Farben und Prozesse unentbehrlich.
Durch die Beschäftigung mit dem sinnlich wahrnehmbaren Ausdruck der Natur durch ihre Farben, Gestaltungen und Metamorphosen – und den dazugehörigen wissenschaftlichen Grundlagen erreichen wir ein tieferes Verständnis der Naturprozesse und der dahinter liegenden Zusammenhänge. Diese verdichten und vertiefen wir durch Zeichnen, Malen, Formen, gewinnen einen Überblick der Naturreiche und bearbeiten ein individuell gewähltes Thema sowohl naturwissenschaftlich wie gestaltend.
Die Ausbildung ist als Erweiterung der Kenntnisse für naturwissenschaftliche Berufe, für Forschende und für in Umweltfragen Arbeitende, für Lehrer und Lehrende gedacht wie auch für Menschen, welche die Zusammenhängen der Natur und Lebensprozesse besser verstehen und innerlich nachvollziehen suchen.
Dieses Arbeiten beinhaltet auch Lebensfragen und ist eng mit dem persönlichen Suchen nach Sinn und Lebensführung verbunden. Damit ist die Ausbildung zum Naturgestalter ebenso Persönlichkeitsbildung und Teil auf dem Weg zu sich selber.
Zweijährige berufsbegleitende Ausbildung, insgesamt 2 Jahre zu 37 Wochen
zu rund 2,5 bis 3 Tagen (1 Tag FR + 1 Abend MO/oder DO wöchentlich, 1 Halbtag/Ganztag ca vierzehntäglich SA nach besonderem Plan sind fix), 1 Tag frei nach Wahl, 1 Abend MI wöchentlich fakultativ).
| Freitag 8.30 – 16.45 h | Studienarbeit nach vorgegebenem Thema Im Malraum varwe, als Klasse |
| dazu insgesamt 1 Tag nach Wahl (kann auch abends belegt werden) |
Projektarbeit, Thema individuell Im Malraum varwe, zu hause, auswärts: je nach Thema und Notwendigkeit |
| MO oder DO 19 – ca 22 h | Vortrag/Vorlesung und Gespräch |
| SA 9 – 12 h, 1x pro Monat (8x im Jahr) |
Lektüre besprechen, Vorstellen der individuellen Projekte |
| SA (zumeist), halb- bis ganztags 1x pro Monat (8x im Jahr) | Exkursion in die Natur |
| Mi 19 – 22 h (fakultativ) | Der Mensch: Akt und Porträt |
Die gestaltende Studienarbeit am Freitag schreitet gemeinsam mit den wissenschaftlichen Vorträgen/Vorlesungen am Montag- oder Donnerstagabend die wesentlichen Grundlagen ab. Es stehen die Form- und Gestaltungskräfte im Vordergrund; sie werden sowohl rein als solche wie auch aus den konkreten Naturerscheinungen erforscht. - Die im Gespräch mit den Lehrkräften gewählte Projektarbeit ist individuell und kann im Schulraum varwe, zu hause oder auswärts gearbeitet werden, je nachdem es die Sache verlangt. Auch sie beinhaltet einen Tag Arbeit pro Woche. – Rund 1x im Monat gehen wir (meistens am Samstag) in die Natur, um ihre Erscheinungen und Prozesse unmittelbar zu erleben. Alternierend werden am Samstagmorgen die laufenden Projekte vorgestellt und besprochen. Zudem erläutern wir gemeinsam die gelesene sachbezogene Lektüre.
Plan Vorträge/Vorlesungen
(jeweils Montag- oder Donnerstagabend, mit Pause und Gespräch 19 – ca 22 h)
| Sommer 10 | Das Prinzip der Metamorphose im Reich des Lebendigen: Grundgebärden und Rhythmen, Weiten und Verdichtung, Ein- und Ausstülpung, Erdentwicklung, Geomantie |
| Herbst 10 | Gestaltstufen, Mathematische Bezüge, Zeit und Rhythmus, Gestalt von Kristall, Pflanze, Tier, Mensch, Kosmologie |
| Winter 11 | Das Wasser; die geschlossene Form, die Welle, der Wirbel, der Rhythmus, weitere Wasserformen, Strömungsformen in Lebewesen, Gesundes und krankes Wasser |
| Frühling 11 | Gliederung der Pflanzen nach ihrer Erscheinung an Blatt, Blüte und Frucht, Pflanze und Landschaft, Ökologie, Landschaftsformen |
| Sommer 11 | Licht und Finsternis, Dämmerung, Farben, Beziehungen von Farb- und Formgesetzen zur unbelebten Natur |
| Herbst 11 | Metamorphosen Tiere: Gliedertiere, Lurche, Schmetterlinge, Fische, Vögel, Säugetiere |
| Winter 12 | Erde: Gesteine, Schichten, Vulkane, Luft: Aufbau Atmosphäre, Wolkenformen, Wetter, Feuer: Zündholz, Kerze, Feuer, Waldbrand |
| Frühling 12 | Mensch: Menschwerdung, Entwicklungsstufen, Altersstufen |
Änderungen am Stundenplan und den Themen vorbehalten.
Zum Eintritt erfolgt ein Aufnahmegespräch. Entscheidend sind die Bereitschaft zur entsprechenden Forschungsarbeit, Freude und Ernsthaftigkeit im Gestalten. Ein Vorkurs Bildnerisches Gestalten oder eine gleichwertige Bildung ist von Vorteil, aber nicht Bedingung. Mitgebrachte Arbeiten (Mappe, Portfolio) und ein Begründungsschreiben sind zur Aufnahme unerlässlich.
Die Abschlussarbeit besteht aus der individuellen, einjährigen Projektarbeit während dem 2. Studienjahr. Diese umfasst zu dem Text (Wissenschaftliche Studien, Zusammenfassungen, Statistiken, Angaben, Forschungsergebnisse, …) auch selber erstelltes Bildmaterial (Zeichnungen, Malereien, Fotos, digitale Bearbeitungen, Filmaufnahmen). Das bearbeitete Thema wird somit von der gestalterischen Seite und dem wissenschaftlichen Aspekt gleichwertig erfasst.
Näheres wird an einem persönlichen Informationsgespräch oder dem Aufnahmegespräch erläutert.
Die Absolventen der Ausbildung Natur wahrnehmen und gestalten erhalten eine Bestätigung als Naturgestalter und ein persönliches Zeugnis.
Gestaltung und Betreuung der Projekte im gestaltenden Bereich:
Arthur Wyss, Maler und Zeichenlehrer.
Der Mensch, Akt und Porträt: Yoon Young Ta-Lee, Zeichenlehrerin.
Naturwissenschaftliche Vorträge und Betreuung im naturwissenschaftlichen
Bereich: Herr John Meeks, Master of Arts (Astronomie, Zoologie, Botanik).
Zugezogene Vortragende (bisher bekannt):
Herr Peter Stutz, Landschaftsplaner, (Umwelt und Ökologie)
Herr Philipp Hostettler, Architekt (Geomantie)
Herr Alexander Lauterwasser, Philosoph und Naturkundler (Strömungsformen)
Herr Andreas Schulz (Lebensorgan Wasser)
Kosten: Pro Quartal Fr. 2700.–, Fr. 10‘800.– pro Jahr inkl. Mal- und Zeichnen-
material, (im normalen Verbrauch), Bücher/Texte Pflichtlektüre, und Pausenverpflegung im Malraum varwe (Kaffee, Tee, Gebäck).
Exkl. sind Exkursionen, Reisespesen, Foto-, Film- und digitales Material.